Grüne im Westen beklagen Fluglärm

Deutsche Flugsicherung sieht keine Notwendigkeit zur Veränderung

Seit März dieses Jahres hat der Fluglärm über Friemersheim, Rumeln, Bergheim und Homberg wieder deutlich zugenommen. Die Grünen im Westen haben mehrfach Beschwerden von AnwohnerInnen erhalten.

Claudia Leiße, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin des Grünen Ortsverbandes:

„Wir haben bereits im Frühling festgestellt, dass einige Maschinen der Lufthansa und von Air Berlin in deutlich geringerer Höhe den Duisburger Westen überfliegen als andere. Es handelt sich dabei um Flugzeuge des Typs Airbus, die offensichtlich aufgrund ihres Gewichts die Höhe nicht schnell genug erreichen und damit weniger als 2000 m über unseren Köpfen queren. Das wirkt nicht nur bedrohlich sondern verursacht auch deutlich mehr Lärm.“

Eine Anfrage bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) hat ergeben, dass die Maschinen tatsächlich die so genannte Nordroute fliegen um nach Übersee, London, Kopenhagen oder Moskau abzuschwenken. Und im Kurvenflug können die Flugzeuge nicht ausreichend steigen.

Michael Ludwig, Fluglärmbeauftragter der DFS in Düsseldorf bestätigt zwar die Situation, sieht aber keinen Bedarf an Veränderung. Im Gespräch mit Claudia Leiße verwies er auf die derzeitige Wetterlage. Hoher Luftdruck und hohe Temperaturen würden es den Fliegern schwer machen. Außerdem stünden keine anderen Routen zur Verfügung. Beide Aussagen bringen Leiße in Rage:

„ Im Frühjahr war die Situation nicht anders und da hatten wir weder hohe Temperaturen noch hohen Luftdruck. Und eine Veränderung der Flugrouten mit schnellerem Aufstieg haben wir schon einmal durchgesetzt.“

Damals hatte ein Gerichtsurteil dafür gesorgt, dass die DFS handeln musste. Die Belastung der Bevölkerung im dicht besiedelten Gebiet war als unzumutbar festgestellt worden. Nach einer Probephase von 6 Monaten durchgeführt von der LTU führte man für alle Flieger nach Norden die Route MODRU X ein. Für den Duisburger Westen ergab sich daraus eine klare Lärmreduzierung.

Leiße: „ Wenn die DFS nun keinen Handlungsbedarf sieht, müssen wir wohl wieder gegen den Lärm laut werden. Mit den Fluggesellschaften sollten zumindest Gespräche geführt werden, ob Abhilfe geschaffen werden kann. Nichts zu tun, weil es zu wenige betrifft, lasse ich nicht gelten. Lärm macht bekanntlich krank!“

Leiße wird sich als nächstes an das Mitglied der Stadt Duisburg in der Fluglärmkommission wenden und dort das Problem vortragen lassen.